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  • Jürg Nobs

Familienforschung mal anders

In unserer üblichen Tätigkeit als professionelle Genealogen unterstützen wir unsere Kunden dabei, die Vergangenheit ihrer Familie zu erforschen und den Nachweis der Abstammung zu erbringen. Dafür beginnen wir normalerweise mit gewissen bereits vorhandenen Informationen der Interessenten. Oft lohnt es sich vor dem Einstieg in die eigentliche historische Forschung, mal in der Verwandtschaft herumzufragen, welche Informationen noch vorhanden sind und nicht aufwändig (und/oder teuer) erforscht werden müssen.


Sobald wir das bereits in der Familie vorhandene Wissen gesammelt und aufgezeichnet haben, beginnt die eigentliche Forschung. Anhand von Quellen, sei es aus den Zivilstandsämtern oder Archivquellen wie Kirchenbüchern, arbeiten wir uns Schritt für Schritt, Generation für Generation, weiter zurück in die Vergangenheit. Dabei zeichnen wir alle relevanten Daten und deren Quellen nach den Kriterien der Geschichtswissenschaft auf und erstellen schlussendlich einen Stammbaum.


Doch während unser Forscherblick üblicherweise auf die Vergangenheit gerichtet ist, um die Vorfahren zu ermitteln, können wir in manchen Fällen dieselben oder ähnliche Vorgehensweisen auch umgekehrt anwenden. Das Fachwissen zum Arsenal der zugänglichen Quellen zur Erforschung einer Familie hilft auch, wenn man stattdessen von einer historischen Person ausgehend deren Nachkommen erforschen möchte. Dies tun wir beispielsweise in der Erbenermittlung.

So oder so, die Ahnenforschung ist für uns immer wieder spannend. Jeder Fall hat seine Besonderheiten. Im Folgenden berichten wir über eine auch für uns etwas aussergewöhnliche Erfahrung und in diesem Fall habe ich die ausdrückliche Erlaubnis, hier darüber zu sprechen: Ein Filmteam kontaktierte uns und bat um ein Gespräch vor laufender Kamera. Es ginge um einen möglichen Forschungsauftrag, teilte man uns mit. Ein Film solle gedreht werden, sagte man uns. Damit unsere Reaktion auf die Fragestellung vor den Kameras authentisch würde, teilte man uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht präzise mit, worum es genau ging.


Unser Interesse war damit geweckt. Neugierig sagten wir also zu und luden das Filmteam zu uns ins Büro ein. Wir setzten uns mit der Regisseurin an den Tisch, boten Kaffee an, welchen ich aus Nervosität prompt verschüttete. So sassen wir also da, an unserem Tisch im Konferenzraum, umgeben von einem Kamerateam. Eine für uns spezielle Situation.


Die Regisseurin erzählte dann ihre persönliche Geschichte. So viel sei dazu bereits verraten: Sie ist italienischer Abstammung und kam als kleines Kind mit ihrer Mutter in die Schweiz, weil diese auf Arbeitssuche war. Die beiden wurden für eine Weile von einer Schweizer Familie aufgenommen. Die Regisseurin erinnert sich selbst an diese Zeit nur sehr bruchstückhaft und ihre Mutter spricht wenig darüber. Deswegen begab sie sich nun auf ihre Recherchen und wir durften ihr dabei helfen, diese Gastfamilie zu finden. Wir nahmen diese Herausforderung sehr gerne an und begaben uns auf eine monatelange Recherche. Dabei fanden die ersten Forschungsschritte bereits spontan vor laufender Kamera statt. Auch erste Ergebnisse konnten bereits erzielt werden. Gleich zu Beginn der Forschung gab es emotionale Momente, welche diesem Forschungsprojekt einen besonderen Charakter zu verleihen vermochten. Das Resultat? Bleibt an dieser Stelle ein Geheimnis! Aber Achtung: Wer es gerne gelüftet haben möchte, dem empfehle ich im zweiten Halbjahr 2022 Ausschau nach dem Film "Mutterland" von Miriam Pucitta zu halten! Es lohnt sich.


Für weitere Informationen empfehle ich einen Besuch auf der Seite der Produktionsfirma Mirafilm:



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